Brötchen backen mit Ausstechformen

Ausstechformen sind nun mal in erster Linie herrliche Backutensilien (auch wenn ich immer wieder gerne betone, dass man mit ihnen nicht nur Teig in die gewünschte Form bringen kann!). Brotbacken ist für mich Entspannung pur, vor allem, wenn ich den Teig mit den Händen knete und für eine Weile an nichts anderes denken muss. Ein paar Ausstechformen kommen da wie gerufen! Ich drücke mit ihnen kleine Motive in das Brot, das geht schnell und sieht toll aus, wenn das Brot duftend aus dem Ofen kommt!

Meine Karriere als Brotbäckerin habe ich mit 14 Jahren eingeschlagen, als ich in den Osterferien einige Tage bei einer Freundin verbracht habe. Uns war langweilig, und die Mutter meiner Freundin machte den Vorschlag, dass wir doch backen könnten. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen.

Ich dachte, dass wir einen leckeren Kuchen backen würden, auf diesem Gebiet konnte ich wenigstens schon ein paar Erfahrungswerte vorweisen. Aber meine Freundin Sara wollte lieber Brot backen. Das war damals absolutes Neuland für mich. Wir entschieden uns für kernige Roggenbrötchen nach einem Rezept, das Sara schon einmal ausprobiert hatte. Wir hatten viel Spaß bei unserer Brotback-Aktion, und das Ergebnis schmeckte himmlisch! Nach diesem Tag gab es für mich kein Halten mehr. Als ich wieder zu Hause war, musste ich das Rezept unbedingt ein zweites Mal ausprobieren, aber diesmal ganz alleine ohne Unterstützung. Danach folgten unzählige weitere Rezepte. 

Ich kramte sämtliche Brotrezepte hervor, die ich finden konnte. Wann immer ich am Wochenende Zeit hatte, erkor ich den Samstag zu meinem Brotback-Tag. Am Ende des Tages quoll unsere Küche mit Brotlaiben und Brötchen förmlich über. Nicht selten brauchte ich mehr als einen Wäschekorb, um meine Erzeugnisse unterzubringen. Auch der Gefrierschrank bot nicht immer genug Platz.

Meine Mutter war die Geduld in Person und ließ mich machen, obwohl ich die ganze Küche in Beschlag nahm und diese jedes Mal wie ein Schlachtfeld hinterließ, nachdem ich das letzte Blech in den Ofen geschoben hatte. Ich hatte weder die Kraft noch die Lust, das Chaos zu beseitigen. Aber das fand meine Mutter gar nicht so schlimm, sie machte es einfach selbst. (Putzen war noch nie meine starke Seite, und meine Mutter ist eine Meisterin auf diesem Gebiet!) Sie fragte zwar ein paarmal, ob ich mein Tagessoll an Brot nicht ein bisschen reduzieren könnte. Schließlich würde es ja genügen, wenn ich nur so viel Brot backen würde, dass ich hinterher auch noch den Elan hätte, selbst aufzuräumen, aber das war ein Wunsch, der zum einen Ohr herein und zum anderen wieder hinausging ... (Das Backen war schließlich der lustige Teil der Aktion, das anschließende Aufräumen nur ein notwendiges Übel!)

Fest steht aber: Viele der Rezepte, die ich damals gebacken habe, backe ich auch heute noch. Meistens habe ich sie im Laufe der Jahre etwas abgewandelt, aber die die Grundzutaten sind nach wie vor dieselben. Eines dieser Rezepte ist zum Beispiel das Leinsamenbrot, das auf unserer Rezepteseite steht. Hier kommt ein weiteres leckeres Brotrezept:

Roggenbrötchen backen mit Ausstechformenv

Kernige Roggenbrötchen

50 g Hefe

5 dl Wasser

0,5 dl Öl

1 EL Sirup

1,5 TL Salz

1 dl Roggenschrot

3-4 dl grobes Roggenmehl

7-8 dl Weizenmehl

Das Wasser auf Fingerwärme erhitzen. Die Hefe in eine Backschüssel bröseln. Am einfachsten geht es mit einer Küchenmaschine, die das Kneten übernimmt. Etwas Wasser hinzugeben und rühren, bis die Hefe sich aufgelöst hat. Salz, Sirup, Öl und die restliche Wassermenge hinzugeben und umrühren. Während des Rührvorgangs nach und nach den Roggenschrot und fast die gesamte Mehlmenge hinzugeben. Den Teig sorgfältig durchkneten (ca. 5 Minuten mit einer Küchenmaschine und etwas länger, wenn Sie den Teig mit den Händen kneten). Die Schüssel abdecken und den Teig gehen lassen, bis sich die Menge verdoppelt hat, das dauert 30-60 Minuten.

Anschließend den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben. Jetzt beginnt der lustige Teil! Den Teig ein bisschen zusammenkneten und in zwei Hälften teilen. Die eine Hälfte ca. 1,5-2 cm dick ausrollen. Mit einem Glas oder Becher runde Brötchen aus dem Teig ausstechen. Die Brötchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Den übrig gebliebenen Teig mit der anderen Teighälfte verkneten und ausrollen. Weitere Brötchen ausstechen und den Vorgang wiederholen, bis der ganze Teig verbraucht ist.

Mit beliebigen Ausstechformen Muster in alle Brötchen drücken. Dazu bestäubt man die Formen am besten zunächst mit ein bisschen Mehl und drückt die Formen dann ungefähr bis zur Mitte in den Teig. Anschließend das Backblech mit einem Tuch abdecken und die Brötchen ca. eine halbe Stunde gehen lassen. Die Brötchen auf der mittleren Schiene des Backofens ca. 10 Minuten backen und im Anschluss zwischen Bäckerleinen (Backtüchern) ruhen und abkühlen lassen.

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Produziert von:  Wikinggruppen