Zeit für Semla?

Einmal hab ich Semlor (schwedische Semmeln) im Zusammenhang mit dem Lucia-Fest gegessen*. Meine Klasse im Gymnasium hat sie bei der Wiener Konditorei in meiner Heimatstadt Lindesberg bestellt. Die Konditorei hat die Semlor gebacken, dagegen jedoch leicht protestiert. Auch wenn eine Semla immer wie eine Semla schmeckt, fühlte es sich seltsam an, sie im Dezember zu essen. Soweit ich mich erinnern kann, war es auch nicht besonders festlich, das im Klassenzimmer zu tun.

Heutzutage kann man Semlor schon am Weihnachtsmorgen kaufen. Eine Entwicklung ganz im Sinne von Shakespeares Zitat ”Die Zeit ist aus den Fugen”. Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon bevor die ersten Neujahrsraketen landen, ein Verlangen nach Semlor.

Meine Psychologielehrerin (auch im Gymnasium) erzählte, dass sie einmal versuchte, Weihnachten an Mittsommer zu feiern. Mit Weihnachtsessen, Weihnachtsmusik und allem drum herum. Die Fenster wurden verdunkelt und die Weihnachtsstimmung oder etwas das sich ähnlich anfühlte, stellte sich tatsächlich ein. Sie hielt natürlich nicht lange an… Draußen war das Licht, die langen Nächte, die Mittsommerstimmung.

Wenn man aber eine notorische Naschkatze ist und die Premiere für Semlor dennoch aufschieben willst, gibt es Alternativen. Selbstgebackene Semlor in verschiedenen Variationen sind lecker. Oder ich kann behilflich sein und der Wiener Konditorei in Lindesberg ein Signal senden...

 

Eine echte schwedische Semla

Nichts verführt wie eine Semla im Januar

 

*Sowohl das Lucia-Fest als auch die Semla sind typische schwedische Traditionen. Für jene die keines der beiden kennen: Lucia wird am 13. Dezember mit Safrangebäck und Lebkuchen (und Lucia sowie den Mädchen in Lucias Gefolge natürlich) gefeiert. Die Semla (oder der Fastenwecken) ist ein großes, ausgehöhltes, glattes Brötchen, das mit einer Mandelmasse und Schlagsahne gefüllt wird. Traditionellerweise isst man die Semla eine Woche bevor die Fastenzeit beginnt, also zirka 50 Tage vor Ostern. Nimmt man es ganz genau, dann darf man die Semla eigentlich nur am Faschingsdienstag essen, aber daran hält sich heute niemand mehr. Zu kaufen gibt es sie in den meisten Konditoreien ab Neujahr bis zum Faschingsdienstag. Dann ist Schluss, bis das ganze im nächsten Jahr von vorne beginnt. 

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